Zivile Ehe

(insbesondere Sakramentenrecht)
Forumsregeln
Rechtlicher Hinweis: SPAM und Beiträge im Forum, die rechts- oder sittenwidrigen Inhalt haben oder andere Besucher verunglimpfen, werden gelöscht. Darüber hinaus können auch andere Beiträge gelöscht werden.
Antworten
Rita
Beiträge: 2
Registriert: Sonntag 6. Oktober 2013, 15:34
Kontaktdaten:

Zivile Ehe

Beitrag von Rita » Sonntag 6. Oktober 2013, 16:03

Liebe Forumsmitglieder,

Folgende Frage beschäftigt mich:
Kann beim folgenden Fall eine zivile Ehe von der Kirche anerkannt werden?
Wie müsste vorgegangen werden?

Hier der Fall:
Ehefrau gehört der katholischen Kirche an.
Ehemann ist getauft und vor der standesamtlichen Eheschließung aus der der Kirche ausgetreten.
Die zivile Eheschließung fand 2002 statt.
Von einem möglichen Dispens wusste die Ehefrau nichts und hat diesbezüglich auch nichts beantragt.
Aus der Ehe ging ein Kind hervor das katholisch getauft wurde und erzogen wird.

Einen schönen Sonntag wünscht,
Rita

Arletta Bolesta
Beiträge: 90
Registriert: Montag 4. April 2011, 10:15
Kontaktdaten:

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Arletta Bolesta » Montag 7. Oktober 2013, 08:20

Guten Tag,
Katholische Kirche ist nicht gegen solche Situation, wenn Menschen die Zivilehe schliessen, es geht darum, dass es viele Situationen gibt: wenn die Zivileheschliessung obligatorisch oder fakultativ ist, und das bedeutet nicht, dass Katholische Kirche gegen solche Regelgungen ist, JEDOCH bedeutet die Zivileheschliessung nicht Trauungsschliessung, mit anderen Woertern: wenn die Menschen Zivilehe schliessen, bedeutet es nicht, dass Sie gleichfalls kirchliche Ehe geschlossen haben.

Mit herzlichen Gruessen
Arletta Bolesta

Rita
Beiträge: 2
Registriert: Sonntag 6. Oktober 2013, 15:34
Kontaktdaten:

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Rita » Montag 7. Oktober 2013, 14:35

Liebe Arletta,
liebe forumsmitglieder,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Was kann das Paar tun um die Ehe gültig zu machen? Wie geht das praktisch?
Ich habe in der Zwischenzeit gegoogelt und bin auf die Möglichkeit gestoßen eine Ehe mit "Formfehler" anerkennen zu lassen. Liegt denn hier ein Formfehler vor?
Für beide ist es die erste Ehe. Der Ehemann möchte nicht kirchlich heiraten ( ist vor der Heirat ausgetreten). Die Ehefrau wünscht sich eine problemlose Teilnahme am Gottesdienst.
Nach Auskunft des Gemeindepfarrers sollte sie zB nicht die Kommunion empfangen.

Vielleicht ist die Lösung einfacher als es mir auf den ersten Blick erscheint. Deshalb entschuldige ich mich für meine umständliche Frage und bedanke mich herzlich für alle Antworten und Tipps.

Liebe Grüße ,
Rita

Arletta Bolesta
Beiträge: 90
Registriert: Montag 4. April 2011, 10:15
Kontaktdaten:

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Arletta Bolesta » Montag 7. Oktober 2013, 16:09

Guten Tag,
bei Formmangel sieht die Situation so aus, dass die Ehe ungueltig ist, man darf natuerlich sie gueltig machen, wenn Wille des Paars dauert, d.h. wenn Sie Beide wollen, weiter Ehe zu schaffen.
Jedoch schreiben Sie, dass Sie nur Zivilehe geschlossen haetten, das sieht nicht so aus, dass es um Formmangel geht.
Mit herzlichen Gruessen
Arletta Bolesta

Koenigstiger
Beiträge: 57
Registriert: Dienstag 3. August 2010, 23:09
Kontaktdaten:

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Koenigstiger » Montag 7. Oktober 2013, 21:11

Um zu ergänzen, was Kollegin Arletta schreibt:

Das Paar geht bitte einfach zum Katholischen Pfarrer und bittet um eine Gültigmachung ex tunc = um eine Heilung in der Wurzel/ Sanatio in Radice.
Die Ehe ist ja gültig, nur eigentlich hätte eine Erlaubnis eingeholt werden müssen, da sie nicht in der kirchlichen = rechtlich gültigen Form geschlossen wurde.

Der Pfarrer wird wie bei einer Trauung ein Eheprotokoll ausfüllen, die Erlaubnis des Bischofs nachträglich einholen und wenn es gewünscht wird, eine Quasi- Hochzeit feiern. Das ist wie eine Hochzeitsmesse, aber ohne den Konsens = "wollen Sie ... die hier anwesende ... usw." Das entfällt, weil es ja schon bei der standesamtlichen Trauung erklärt wurde. Muss aber kein Gottesdienst, wenn der Ehemann es nicht wünscht. Im Prinzip ist mit dem Papier der Formfehler (ja, der liegt hier vor!) geheilt.

Viele Pfarrer kennen die rechtlichen Feinheiten nicht, natürlich ist es immer einfacher, die "Brautleute" kirchlich zu trauen, aber wie Sie selber gefunden haben, klassische Sache für Formmangel = Sanatio in Radice. Kann im Stillen geschehen, muss keiner wissen. Im Zweifel spricht das Kirchenrecht jeder Ehe Gültigkeit zu bis das Gegenteil bewiesen wäre.
:oops: Einfach dem Pfarrer klar machen, dass eine kirchliche Trauung nicht in Frage kommt. Und dem "Bräutigam" klar machen, dass bei einer Sanatio auch mit Gottesdienst keine kirchliche Trauung statt findet. Was das mit dem Kommunionempfang soll, verstehe ich nicht. Weil ER ausgetreten ist, kann SIE doch kommunizieren. Und wenn ER Katholisch getauft ist, wenn er im Herzen bereit ist, steht nicht einmal IHM rechtlich was dagegen...

Den angesprochenen Ehewillen setze ich mal voraus, sonst würde das Paar ja jetzt nicht seine Ehe gültig haben wollen... :lol:

Viel Erfolg und Gottes Segen für die "Brautleute" samt Kind!
Zuletzt geändert von Koenigstiger am Dienstag 8. Oktober 2013, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Arletta Bolesta
Beiträge: 90
Registriert: Montag 4. April 2011, 10:15
Kontaktdaten:

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Arletta Bolesta » Dienstag 8. Oktober 2013, 12:06

Guten Tan,
dadurch schrieb ich, wenn Wille des Ehepaars dauert, kann man solche Ehe gueltig machen.
Mit besten Gruessen
Arletta Bolesta

ps. ich empfehle auch einen polnischen Artikel, aber dank Internet kann man ihn uebersetzen:
http://www.opoka.org.pl/biblioteka/T/TA ... ie_10.html

Wiebke
Beiträge: 39
Registriert: Mittwoch 23. September 2009, 23:20

Re: Zivile Ehe

Beitrag von Wiebke » Sonntag 13. Oktober 2013, 22:54

Koenigstiger hat geschrieben:Und dem "Bräutigam" klar machen, dass bei einer Sanatio auch mit Gottesdienst keine kirchliche Trauung statt findet.
Und ihm vor allem klarmachen, dass er überhaupt keinen Gottesdienst über sich ergehen lassen, sondern nur ein bisschen Papierkram unterschreiben muss.

Hier zur Veranschaulichung, was da verlangt wird:
Antrag auf Sanatio in radice
Ehevorbereitungsprotokoll
Koenigstiger hat geschrieben:Was das mit dem Kommunionempfang soll, verstehe ich nicht. Weil ER ausgetreten ist, kann SIE doch kommunizieren.
Na ja, was schon? Sie konstruieren aus dem Zusammenleben, der Zivilehe und der Zeugung des Kindes eine "hartnäckige offenkundige schwere Sünde", halt so wie bei wiederverheirateten Geschiedenen (wie begründet das ist, steht auf einem anderen Blatt, aber es ist ja nun allzu gut bekannt). Natürlich wird der Pfarrer sie nicht vor der versammelten Gemeinde ohne Hostie zurückschicken, wenn sie vor ihm steht, aber wenn der schon so drauf ist, dass er einschlägige Bemerkungen macht, dann kann nicht jeder in dieser Situation einem missbilligenden Blick widerstehen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste