Taufe

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Gast24
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Taufe

Beitrag von Gast24 » Dienstag 7. April 2009, 22:41

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich der Taufe meiner Kinder.

Ich bin als Erzieherin bei einem katholischen Arbeitgeber tätig. Ich bin nicht verheiratet und habe zwei Kinder. Die Kinder sind nicht getauft, weil der Vater der Kinder gegen eine Taufe ist. Er sagt, das sollen die Kinder zur gegebenen Zeit selbst entscheiden.

Nun drängt mein Arbeitgeber aber auf die Vorlage einer Taufurkunde.

Wie soll ich mich hier verhalten? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Kann ich mich darauf einstellen, dass ich mir in kurzer Zeit einen neuen Arbeitsplatz suchen muss?

Vielen Dank für die Hilfe.

Arletta Bolesta

Re: Taufe

Beitrag von Arletta Bolesta » Mittwoch 8. April 2009, 10:32

Guten Tag,
laut CIC (Codex Iuris Canonici) genuegt es, wenn z.B. nur eine Mutter oder nur ein Vater fuer die Taufe ist, also Sie brauchen nicht, damit Ihr Mann (Partner) der zustimmt.

Ich finde es, dass Sie sich tiefer mit diesem Problem beschaeftigen sollen, mit anderen Woertern: es geht nicht nur um den Arbeitsplatz (Ihren Arbeitsplatz), sondern um das Gute fuer Ihre Kinder. Noch einmal: dank der Taufe werden Ihre Kinder viel Gutes bekommen. Endlich sollen Sie nicht vergessen, dass die Taufe das Tor fuer den Empfang der anderen Sakramente oeffnet.

Ich meine auch, dass Ihr Partner nicht richtig meint, wenn Er sagt, dass die Kinder sich in der Zukunft dafuer entscheiden koennen wuerden. Also man kann auch sagen, dass sie (Ihre Kinder) sich auch fuer die Muttersprache, Staatsangehoerigkeit u.s.w entscheiden koennen. Jedoch spricht Ihr Mann mit Ihren Kinder deutsch, jedoch haben die Kinder deutsche Staatsangehoerigkeit. Warum sind also Ihre Kinder nicht frei in diesem Bereich? Es ist sehr leicht sich zu vorstellen, wenn es umgekehrt waere. Deshalb sollen Sie der Taufe zustimmen. Natuerlich sollen Sie dabei auch nicht vergessen, dass: wenn Sie Ihre Kinder in der katholischen Kirche taufen werden, sollen Sie sie auch katholisch erziehen.

Gast

Re: Taufe

Beitrag von Gast » Mittwoch 8. April 2009, 11:50

Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Leider beantwortet sie meine Frage nicht. Es geht mir nicht um den Sinn oder Zweck einer Taufe, sondern alleine um die möglichen arbeitsrechtlichen Auswirkungen, die aus meiner konkreten Situation entstehen können.

Hat hier jemand Erfahrungen?

Danke.

Engelbert FRANK

Re: Taufe

Beitrag von Engelbert FRANK » Mittwoch 8. April 2009, 13:11

Nach der von den katholischen Erzbischöfen und Bischöfen in der Bundesrepublik Deutschland am 22.09.1993 erlassenen "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" wird von den katholischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwartet, dass sie "die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre anerkennen und beachten" (Art. 4 Abs. 1). Wird gegen diese Grundsätze verstoßen, kann das nach der Grundordnung tatsächlich ein Kündigungsgrund sein (Art. 5 Abs. 2). Eine Kündigung kommt jedoch nur als letzte Maßnahme in Betracht, wenn dem Verstoß nicht auf andere Weise zu begegnen ist, zum Beispiel mit klärenden Gesprächen (Art. 5 Abs. 1).

In Ihrem Fall halte ich Gespräche mit Ihren Vorgesetzten auch deshalb für wichtig, weil in Deutschland bei der Frage der religiösen Kindererziehung auch das staatliche Recht (und nicht nur das kirchliche) zu beachten ist. So heißt es im staatlichen Gesetz über die religiöse Kindererziehung (RelKErzG) unter anderem: "Über die religiöse Erziehung eines Kindes bestimmt die freie Einigung der Eltern, soweit ihnen das Recht und die Pflicht zusteht, für die Person des Kindes zu sorgen" (§ 1 RelErzG). Man kann also nach deutschem staatlichen Recht nicht so ohne Weiteres einem Kind die Taufe spenden, wenn nur ein Elternteil es wünscht und der andere dagegen ist (vorausgesetzt beide Elternteile haben das Sorgerecht).

Am besten wäre es freilich, wenn jemand dem Vater der Kinder die Bedeutung der Kindertaufe erklären könnte (wie das Frau Dr. Arletta Bolesta in diesem Forum mit ihrem heutigen Beitrag versucht). Trotz einer Taufe in der katholischen Kirche (und der Erziehung im katholischen Glauben) können sich ja die Kinder später immer noch gegen diese Kirche entscheiden oder auch bewusst dafür.

Gast

Re: Taufe

Beitrag von Gast » Montag 4. Mai 2009, 20:45

Hallo Herr Frank,

vielen Dank für die umfassende Antwort.

Ich bin jetzt erst mal für das Gespräch mit dem Arbeitgeber präpariert ...

Vielleicht kann ich den Vater ja auch noch überzeugen der Taufe zuzustimmen. Dann wäre alles wieder im Lot.

Ihnen wünsche ich schöne Osterfeiertrage


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am Montag 4. Mai 2009, 20:45.

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