Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

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Rosenheimer
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Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Mittwoch 9. April 2014, 03:39

Liebe Forummitglieder,

unser Sohn ist 9 Jahre alt und wird dieses Jahr das 10te Lebensjahr vollenden.

Die Einladung zur Erstkomunion und zum ersten Vorbereitungstreffen habe ich wegen eines unzuverlässigen Zustellers, der jetzt nicht mehr im Dienst ist, nicht erhalten.
Die Pfarrgemeinde hat uns zur weiteren Vorbereitung aufgenommen.
Den Termin zum zweiten Vorbereitungswochenende habe ich "schuldhaft" vergessen.

Ich bin seit langer Zeit allein erziehender Vater. Dienstliche Veränderungen und Druck, Wohnungssuche und die von meiner Frau eingereichte und bevorstehende Scheidung belasten uns sehr. Der persönliche Anspruch für unseren Sohn Vater und Mutter zu sein und die situativen Belastungen für ihn möglichst gering zu halten rauben mir den Schlaf und zerren am Boden unter unseren Füßen.
Ich habe beim Kaplan mein Fehlverhalten entschuldigt, ich habe ihm erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Der Kaplan hat mir mitgeteilt, das unser Sohn jetzt nicht ausreichend Vorbereitet ist und dieses Jahr nicht an der Erstkommunion teilnehmen darf. Das Kind einer Frau in einer ähnlichen Lebenssituation, sowie das Kind einer neu zugezogenen Familie sind für dieses Jahr ebenfalls ausgeschlossen.
Unser Sohn ist darüber sehr Traurig.
Er wird immer wieder gefragt, ob es ihm etwas ausmacht und überspielt dabei seine Betroffenheit über den Ausschluß.
Seit er auch von Lehrern angesprochen wurde, mußte ich leider beobachten, dass er nachts sehr stark mit den Zähnen knirscht.

Wie in diesem Forum an verschiedenen Stellen geschrieben, weiss ich das unser Sohn altersgerecht und gut vorbereitet ist.
Er geht gerne in Religionsunterricht. Er erzählt mir von gelerntem und fordert mich zum Gespräch ob es Gott gibt oder nicht.
Wir unterhalten uns regelmäßig was Menschen in ihren Herzen bewegt. Er will mehr über die Menschen in ihre jeweiligen Religionen erfahren.
Bei der Segnung, der Kommunionskerzen wurden seine Mitschüler nass. Daraufhin sagt er laut: "ich will auch nass werden" (ich will dabei sein).
Als Erster hat er sich gemeldet um einen Text während der Messe vorzulesen.
Dieses Erlebnis war noch auf dem nach Hause Weg sein Thema.
Die Erstkommunion im nächsten Jahr wird es voraussichtlich nicht geben. Der anstehende Schulübertritt mit Vorbereitung, die fehlende Gemeinschaft mit den Klassenkammeraden, ev. Ortswechsel und nicht zuletzt der kindliche Umgang mit der erlebten Entäuschung sind schon zu erkennen.

Liebe Forummitglieder
schreibt meinem Sohn und mir, was Euch dazu auf dem Herzen liegt.

Ist einer von euch in Position und Amt den vorgeschriebenen Vorbereitungsunterricht für die drei Kinder zu halten um so die Bedingungen unseres Kaplan zur Erstkommunion zu erfüllen.

Gibt es eine Stelle an die wir uns wenden können, die mich als Schuldigen verurteilt und nicht unser Kind straft.

Leider weiß ich noch zu wenig über die beiden anderen Kinder, die dürfen wir nicht vergessen.

Liebe Grüße von den

Rosenheimern
Zuletzt geändert von Rosenheimer am Mittwoch 21. Mai 2014, 01:52, insgesamt 3-mal geändert.

Koenigstiger
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Koenigstiger » Freitag 11. April 2014, 09:05

Lieber Rosenheimer,
ich möchte versuchen, Ihnen die rechtliche Position zu erklären, da Sie in einem Kirchenrechtsforum gelandet sind. Ich selbst bin kirchliche Anwältin.

“Can. 914 - Parentum imprimis atque eorum qui parentum locum tenent necnon parochi officium est curandi ut pueri usum rationis assecuti debite praeparentur et quam primum, praemissa sacramentali confessione, hoc divino cibo reficiantur; parochi etiam est advigilare ne ad sacram Synaxim accedant pueri, qui rationis usum non sint adepti aut quos non sufficienter dispositos iudicaverit. — Pflicht vor allem der Eltern und derer, die an Stelle der Eltern stehen, sowie des Pfarrers ist es, dafür zu sorgen, daß die Kinder, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind, gehörig vorbereitet werden und möglichst bald, nach vorheriger sakramentaler Beichte, mit dieser göttlichen Speise gestärkt werden. Der Pfarrer hat auch darüber zu wachen, daß nicht Kinder zur heiligen Kommunion hinzutreten, die den Vernunftgebrauch noch nicht erlangt haben oder die nach seinem Urteil nicht ausreichend darauf vorbereitet sind.“
Um dieses Gesetz geht es. Sie werden sicher verstehen, dass das ein ganz schwieriges Thema ist.
Zunächst einmal: Nein, es gibt keine Kirchengerichte zu dem Thema. Nein, es gibt keinen Schuldspruch für Väter, die durch ein Organisationsverschulden die Vorbereitung des Kindes zur Erstkommunion vergeigt haben.

Gleich vorweg: Sie haben leider auch keine Chance, Ihren Sohn noch an der gemeinsamen Feier zur Erstkommunion teilnehmen zu lasssen. Der Kaplan, in Vertretung des Pfarrers hat die Befugnis, von diesem Großereignis auszuschließen. Wenn er der Meinung ist, dass er Ihrem Sohn die Kommunion verweigern darf, weil der nicht vorbereitet ist, dann kann und darf er das, da ist das Recht auf seiner Seite. Er darf dieses Urteil im Sinne des Canon 914 sprechen. Sinn der Vorbereitung ist ja nicht nur das Vermitteln von Glaubensinhalten, sonder auch die Gemeinschaft der Kommunionkinder, die gemeinsamen Aktionen, die gemeinsame Teilnahme am Gemeindegottesdienst usw. Die Vorbereitung bestand sicher nicht aus zwei einzelnen Terminen, das kann ich nicht glauben!
Soweit die Gesetzeslage. Sie werden es Ihrem Sohn sicher auch nicht antun wollen, sich mit ihm in die Reihe der Kommunizierenden einzureihen und auszuprobieren, ob der Pfarrer den öffentlichen Eklat riskiert, ihrem Sohn die Kommunion vor aller Augen zu verweigern mit o.g. Begründung, das wäre schlicht und einfach dumm. Klar, wenn Sie einen der Kommunionhelfer erwischen, der vielleicht nicht darum weiß, dann könnten Sie Glück haben. Aber haben Sie was davon? Zur Kommunion= Gemeinschaft gehört nicht nur die Gemeinschaft mit Gott, sondern auch mit den Menschen!!! Das ist Ihre Gemeinde. Wenn Sie die vor den Kopf stoßen (samt Pfarrer), das wäre nicht in Jesu Sinne und würde die Gemeinschaft mit Gott sicher nicht fördern, denn es ginge nicht um die Sache Jesu, sondern irgend ein irdisches Familienfeierlein, das religiös verbrämt ist!!

Nun müssen Sie und Ihr Sohn sich eine gaaanz wichtige Frage stellen: Geht es Ihnen um die (Erst-)kommunion oder um die Familienfeier?

Wenn es Ihnen um die Kommunion geht, sollten Sie überlegen, ob Sie mit dem Kaplan oder möglicherweise einem Nachbar-Pfarrer reden, um die Heilige Beichte bitten (wesentliche Voraussetzung: Vor der Kommunion steht die Erst-Beichte) und um ein vorbereitendes Gespräch, das klären soll, ob Ihr Sohn nicht vielleicht doch vorbereitet ist. Dann könnte er eventuell auf weißen Sonntag (aber still und einfach in der Reihe mit allen Gemeindemitgliedern) oder einen späteren Sonntag, wenn das mit Beichte und Vorbereitung nicht funktioniert, zur Kommunion gehen. Der Termin der Erstkommunion ist vom Gesetz nicht fest gelegt, er kann an jedem Tag sein. Machen Sie dem Pfarrer klar, dass es Ihnen nicht um das Fest geht, sondern um die Erstkommunion.
Vielleicht lässt sich ja auch auf Pfingsten etwas arrangieren, bis dahin sind noch ein paar Wochen. Oder bieten Sie dem Pfarrer an, mit den anderen „zurückgestellten“ Kindern gemeinsam eine weitere „Erst“kommunion-Feier zum Sommer zu organisieren und an der Vorbereitung zu helfen.
Sie dürfen gerne im SInne von Can. 914 mit dem Alter Ihres Sohnes argumentieren und dass die Kinder möglichst früh zum Tisch des Herrn geführt werden. Wenn Sie Hilfe brauchen, finden Sie mich über meinen Nicknamen im Verzeichnis, schreiben Sie mir!

Pastorale Wege gibt es viele, die im Rahmen des Gesetzes stehen. Möglicherweise gibt es Gemeinden, die nicht den Weißen Sonntag, sondern 1-3 Wochen später feiern und ihr Kind könnte –vom Kaplan oder von Ihnen- gut vorbereitet dort mit eingereiht werden.
Das Wichtigste ist immer miteinander zu reden und aufeinander zuzugehen. Fragen Sie, reden Sie mit den Leuten, evtl. mit anderen pastoralen Mitarbeitern oder Katecheten. Selbst wenn das Recht nicht auf Ihrer Seite steht, lässt es Ihnen und Ihrem Sohn immer ein Türchen oder ein Fenster offen.
Beten Sie um eine gute Lösung! Wenn Gott auf Ihrer Seite steht, dann wird es eine Lösung geben. Ich wünsche Ihnen viel Geduld und bin gespannt, wie die Sache ausgeht.
Herzliche Grüße und eine gesegnete Karwoche!
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Rosenheimer
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Freitag 11. April 2014, 21:27

Vielen Dank für die Antwort liebe Koenigstiger,

es tut in der Seele gut, solch umfassendes Echo zu erfahren.
So erhalte ich mit ihrem Schreiben gleich zwei Antworten die sich im Umfang etwa die Waage halten.
Die eine Anwort formal von der Kirchenanwältin und an der einen oder anderen Stelle wackelt ein wenig der erhobene Zeigefinger.
Der zweite Teil, nach der Frage ob es uns um eine Familienfeier geht (dick gedruckt).Hier antwortet mir Koenigstiger

Vielen lieben Dank dafür.

Zu ihren Fragen,
es geht mir um unseren Sohn, es geht mir auch um die beiden anderen Kinder.
Von unser Familie ist viel zu wenig übrig geblieben als das wir ein Familienfest feiern könnten.
Das dies so ist weiß auch unser Kaplan.

Es gab nicht nur die zwei Termine. Das versäumte Erstkommunions-Wochenende lag unserem Kaplan sehr am Herzen.
Wir hatten zuvor ein Gespräch mit der Pastoralassistentin und zwei weiteren Kindern, in dessen Verlauf auch Schäfchen gebastelt wurden. Im anschließenden Lichtmessgottesdienst wurden die Kommunionskerzen gesegnet.
Bei einem weiteren Treffen haben unsere Kinder gemeinsam Brot gebacken.

Es ist so, dass unser Sohn von Anfang an gut vorbereitet war. Hier gab es Religionsuntericht der
bei den Kindern ankam. Dies führte zu Fragen und Gesprächen in seiner kleinen Familie.

Ich bin sicher, dass unser Kaplan dies bei einem Gespräch sicher auch feststellen würde.

Ich habe am 27.03 die Absage von ihm erhalten. Die Kommunion findet bei uns in der vierten Woche nach dem weißen Sonntag am 25.05.2014 statt. Deshalb habe ich auch (wie sie vorgeschlagen haben) sofort gefragt, ob wir das versäumte nachholen können.
Darauf hat er mir erwidert, dass dies nicht mehr möglich ist. Die Feiertage stehen vor der Türe, die Kerze ist noch nicht gebastelt, ich soll verstehen, das dies in der kurzen Zeit nicht mehr zu leisten ist.
Er hat sich mit den Müttern besprochen, denen es zwar Leid tut, das unser Sohn nun nicht dabei sein kann, es aber nun eben so ist. Für drei Kinder ist dies ein großer Aufwand den er mit Kollegin nicht mehr aufbringen kann.

Deshalb auch meine Frage im Forum, ob jemand in Position und Amt ist mit uns auch formal die Vorbereitung nachzuholen.

Meine bitte beim zuständigen Sakramentenpastoral blieb leider auch ohne Erfolg.

Es ist mir völlig klar, das es nicht "nur" um die Gemeinschaft mit Gott geht, sondern auch mit den Menschen!!!
Die Gemeinschaft braucht auch die Menschen um als solches aufrichtig Gemeinde genannt zu werden.

Ich fühle auch um wen es gehen soll, Kinder, Matthäus Evangelium.
Unser Kind und die zwei anderen trifft keine Schuld, an dem was wir mit ihnen machen.

Liebe Koenigstiger, bitte verzeih, ich hadere derzeit sehr mit Recht und Gerechtigkeit.

Den Ratschlag mit der Beichte werde ich mit seiner Mutter besprechen, weil sie über den Kirchenchor sicher einen Pfarrer kennt.

Vielen dank für deine Antwort und für den Mut, den du uns mit dem Türchen und dem Fenster gemacht hast.

Deine Rosenheimer

Koenigstiger
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion

Beitrag von Koenigstiger » Samstag 12. April 2014, 14:37

Rosenheimer hat geschrieben:
es tut in der Seele gut, solch umfassendes Echo zu erfahren.
So erhalte ich mit ihrem Schreiben gleich zwei Antworten die sich im Umfang etwa die Waage halten.
Die eine Anwort formal von der Kirchenanwältin und an der einen oder anderen Stelle wackelt ein wenig der erhobene Zeigefinger.
;) Das sollte auch so sein. Der Zeigefinger gilt aber auch für den Kaplan, denn wenn es haargenau so ist, wie Sie schildern, hat der den auch verdient. Leider ist auch das "göttliche Bodenpersonal" manchmal mit menschlichen Fehlern behaftet - damit sollten Sie eher hadern :twisted: als mit unserem schönen Kirchenrecht.

<ab hier Kirchenrechtsmodus AUS>

Jetzt mal eine ganz gemeine Frage: Wenn die Mutter des Kindes im Kirchenchor ist, hat sie denn Einfluss auf wesentliche Leute in der Pfarrei? Wie steht sie zur Frage der Erstkommunion? Man darf <leider> solche menschlichen Dinge nicht unterschätzen... mehr will ich da gar nicht zu sagen. Sie kann eventuell vorhandenen Einfluss ja so oder so nutzen und <leider> ist es ja nun mal oft so, dass Kinder in Scheidungsgeschichten instrumentalisiert werden.
Zur Frage, wen Sie eventuell noch ansprechen könnten ein paar Ideen, unverbindlich. <Ich wohne im Norden Deutschlands und kenne spezielle Strukturen im Süddeutschen nicht, also Bitte um Nachsicht, wenn ich Dinge erwähne, die nicht zutreffen.>
- Was ist mit Religionslehrer/-in der Kinder?
-gibt es eine Pastoral-/ Gemeindereferentin?
- der Kaplan hat einen Chef, den Pfarrer. Haben Sie dort mal angefragt? Nächste Ebene wäre der Dechant und Dienstherr ist der Bischof. Sie können einen Brief, indem Sie das hier alles schildern an den Bischof schreiben und eine zeitnahe Lösung erbitten, wie das Problem ohne "Erregen öffentlichen Ärgernisses" gelöst werden kann.
-alternativ einfach mal im Generalvikariat/ Ordinariat anrufen und zum Verwaltungs-Kanonisten (zur Not auch zum Offizial) durchfragen ;)

Meine Einschätzung dürfte ihrem Hadern entgegenkommen, dass der Kaplan das einfach abgehakt hat, da kommen Sie nicht weiter. Gegen ihn arbeiten können Sie auch nicht, also geht es nur an einer anderen Stelle. Eine Kerze kann man wohl zur Not kaufen, zu meiner Zeit hat man die Taufkerze dazu genommen, das scheint mir ein sehr dünnes Argument. Dass die Feiertag natürlich eine extreme Arbeitsbelastung für den Kaplan sind, liegt andersherum aber auch auf der Hand.

Wenn Sie noch einen letzen Versuch wagen wollen: Fragen Sie den Kaplan, was denn konkret fehlt. Wenn Sie eine Antwort darauf bekommen, reden Sie mit den Katecheten/-innen oder anderen pastoralen Mitarbeitern oder mit Religionslehrer oder irgendjemand, der Glauben vermitteln kann und ran an die Arbeit. Zur Not, wenn Sie selbst im Glauben erfahren sind, trauen Sie sich selbst ran. Es gibt unzählige Bücher und Materialien zur Erstkommunionvorbereitung, das kann doch nicht unmöglich sein und bis Ende Mai ist ja wirklich noch Zeit.
persönlicher Tip: Seien Sie jeden (Sonntags-)Gottesdienst mit ihren Kindern da, extrapunkte ernten Sie garantiert für die Wochentagsmesse und die Karwoche. Beschämen können Sie den Kaplan, wenn Sie dann auch nach der Kommunion weiter regelmäßig in seinen Gottesdiensten erscheinen, da sind Sie dann nämlich vermutlich allein auf weiter Flur....
(Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da ein ganz anderes pastorales Problem hinter steckt und es gar nicht um die Sache geht :? )

Hm, soweit ich weiß, ist in diesem Forum keiner regelmäßig, der Nähe Rosenheim wohnt (oder sind Sie nicht aus Rosenheim?). Da kann ich nur wenig Hoffnung machen, unsere Spezialisierung liegt auch nicht in Katechese. Aber es gibt andere, katholische Foren, wo Sie Ihr Glück versuchen könnten (kreuzgang.org). Oder vielleicht hier? http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... ratung.php
Oder über eine kirchliche Organisation (Kolping, BDKJ, Georgs-Pfadfinder, KAB, Caritas usw.)? Hören Sie sich mal bei Leuten um, die aktiv in der Gemeinde leben, die haben vielleicht noch andere Ideen...

So, jetzt habe ich mich schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt - bitte Kollegen die Ihr mitlest, verzeiht diesen Anflug von pastoralem Ideenreichtum!!! Und weitergehende Möglichkeiten würde ich hier gar nicht äußern :oops:


Gottes Segen!
Die Königstiger
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Rosenheimer
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Dienstag 15. April 2014, 02:01

Liebe Koenigstiger,

wer sehen will, was vor sich geht, muss sich aus dem Fenster lehnen.
Die Sprache der Juristen besteht oft aus einer Subsumierung von Paragraphen.
Schön wenn die Übersetzung gleich mitgeliefert wird.

Es ist mir auf jeden Fall klar, dass es ohne "vergeigten" Termin kein Problem gäbe.

Weil der Termin zur Kommunion bei uns sehr spät ist, sollten wir gemeinsam versuchen die Abweichungen zur notwendigen Vorbereitung zu Quantifizieren.

Nacharbeiten.

Kerze ist Beiwerk.

Bodenpersonal muss nochmals sein Herz öffnen um aktuelle Instruktionen zu erhalten.

Wenn der Kaplan und ich es nicht hinbekommen gibt es verschiedene Unterstützung.

Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn es nicht doch noch klappt.

Wir sollten es uns für die Kinder wünschen, dafür möchte ich gerne auch beten.

Vielen Dank, ich werde berichten wie es weitergeht.

Liebe Forum Mitglieder, drückt uns die Daumen und betet für uns.

Wir freuen uns auch über einen Gruß.

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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Mittwoch 21. Mai 2014, 01:45

Liebe Forum Mitglieder und Gäste,

danke für die Zuschriften.
Neben den Antworten hier im Forum, habe ich viel mehr Zuspruch, Ratschläge und Erfahrungen anderer, auf meine private Email erhalten.
Vielen Dank.
Es ist sehr schade, das diese Beiträge nicht dem Forum offen stehen.
Ich respektiere den Willen der Verfasser und bedanke mich für ihr Vertrauen.

Ich hatte in den letzten Wochen täglich etwa 5-15 Mails zu beantworten.
Ja, es ist viel passiert. Ich habe mich in diesem Forum, bei kirchlichen Fachleuten und Mitarbeitern über ihre rechtliche
und die menschliche Sichtweise erkundigt.
Das Gespräch, Telefonate, Mails und Briefe mit meinen Eltern, Freunden, Kollegen sowie Verwandten und nicht zuletzt mit euch,
hat mir Kraft gegeben.

Zunächst habe ich unseren Sohn weitgehend aus der Situation genommen.
Kirchen umfahren, keine Filme die üblicherweise über Ostern gesehen werden.
Meine Aktivitäten habe ich in die Nacht gelegt.

Ich konnte niemanden zur Nacharbeit der versäumten Kommunion Vorbereitung finden. Jetzt musste ich selbst aktiv werden.
Leicht für den der weiß, was ein Kommunionkind zu verstehen hat. Also habe ich in meinem Umfeld mit Kommunionkindern,
den Eltern und auch aktiven Katholiken über die Thematik gesprochen. Das Ergebnis war erschreckend und widersprüchlich.
Wissenschaftlicher Rat auch für mich kaum verständlich.
Wie uns Königstiger geraten hat, war die Erstbeichte abzulegen. Dies hat meine Frau mit unserem Sohn in die Hand genommen
und unser Sohn konnte bei seinem Kaplan, zusammen mit seiner Gruppe beichten. Unser Sohn hat sich riesig gefreut.

Ab jetzt haben wir sehr aktiv und regelmäßig diskutiert und recherchiert mein Halbwissen wurde hinterfragt.
Papa ist streng, unser Kleiner versucht zu erklären und während ich ihm zuhöre, bemerke ich, durch seine Worte nun selbst verstanden zu haben.

Unser Kaplan und meine Frau haben nach der Beichte die Möglichkeit besprochen, dass er unserem Sohn, bei einem eigenen Termin im Juli,
im privaten Rahmen die Erstkommunion abnehmen kann. Dazu muss die Vorbereitung fortgeführt werden.

Leider hat unser Sohn schon am gleichen Abend nach den Kindern seine Gruppe gefragt und erst jetzt verstanden das diese nicht dabei sind.

Ich habe unseren Kaplan nochmals gebeten ihn mit seinen Gruppenkindern feiern zu lassen,.

Schon am nächsten Tag hat er dies abgelehnt und auf den Juli verwiesen.

Die Betroffenheit unseres Kindes dauert leider mit unterschiedlicher Intensität an. Er findet im Schlaf nicht die nötige Erholung.
Nachdem auch die letzte Nacht sehr unruhig verlief, wurde er heute zur Blutentnahme und ärztlichen Behandlung bei einem Kinderarzt vorstellig.

Ich habe unseren Kaplan nochmals angeschrieben. Am 23.05 ist Stellprobe und am 25.05 findet die Erstkommunion statt.


An dieser Stelle bitte ich um euer Gebet.


Ich habe in diesem Zusammenhang auch an unseren heiligen Vater geschrieben.
Wir haben Antwort erhalten.

Er hat uns ermutigt erneut das Gespräch mit unserem Kaplan zu suchen
Er schließt uns und unser Anliegen in sein beten ein.

Danke.

Koenigstiger
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Koenigstiger » Donnerstag 22. Mai 2014, 14:29

<gelöscht> von Koenigsstiger am 23.5.2014, 12.51

Ich bete weiter für Sie, lieber Rosenheimer!
Sie haben Recht, dieser Beitrag dient nicht der Sache, darum nehme ich ihn raus. Und vielen lieben Dank, Sie haben mich fürs Leben was gelehrt :D
Mit den herzlichsten Grüßen!!!
Zuletzt geändert von Koenigstiger am Freitag 23. Mai 2014, 12:51, insgesamt 5-mal geändert.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Rosenheimer
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Freitag 23. Mai 2014, 02:29

Liebe Koenigstiger,

Ein Kind soll wohl vorbereitet sein, um das Geheimnis Christi entsprechend seiner Fassungskraft zu begreifen. Es sollen imstande sein die Kommunion würdig zu empfangen. Es muss in der Lage sein den Leib Christi gläubig und andächtig zu empfangen. So ist es, so soll es sein.

wir wollen bei den Fakten bleiben.... galt diese Aufforderung für mich?

Fakt ist, wie selbst geschrieben, dass sie Namens und im Auftrag für Rosenheimer tätig sind.
Hierfür ist ein beidseitiges Vertrauensverhältnis sehr wichtig.

Alles was ich mit ihnen kommuniziert habe soll dem Zweck dienen, für unseren Kleinen ein Fensterchen zu öffnen, um ihm die
Teilnahme an der Erstkommunion möglichst mit seinen Kindern zu ermöglichen.

Ich finde das in Ordnung.

Es freut mich für meine Frau, dass sie feststellen, sie ist kirchennäher. Ich kann dies auch nach 23 Jahren Partnerschaft nicht objektiv beurteilen.
Sie stellen fest das meine Frau im Rahmen der gemeinsamen Personensorge nicht über die Vorbereitung unterrichtet war.
Unser Bub ist unser Kind, deshalb lege ich genau darauf besonderen Wert. Wie sie wissen habe ich sehr spät von der Vorbereitung erfahren, ich habe meine Frau sofort über die unglücklichen Umstände telefonisch informiert. Dies konnte und ist erst geschehen, als ich selbst davon erfahren habe.
Ich bin auch sehr froh, dass meine Frau mit unserem Sohn die Sonntagmesse besucht. So habe ich nach einer Arbeits- und Männerhaushaltswoche Zeit die verbliebenen Arbeiten zu erledigen. Mit Nichtwissen wird sich meine Frau sicher freuen, dass sie die Vorbereitungen ausschließlich ihr zuordnen.
Täglich bin ich mit unserem Sohn im Austausch zu Glauben, Religion, Gott und den Menschen. Wir sprechen über soziale Herausforderungen, "gute" und "schlechte" Gefühle und seit einiger Zeit auch über die Sakramente. Ich bin sehr Stolz auf unseren Bub und betrachte dies als meinen und auch wesentlichen Beitrag zu seiner Vorbereitung.

Nach all ihren Fakten habe ich meine Frau angerufen. Sie hat mir gesagt, dass sie ihr nicht bekannt sind. Sie kennt sie nicht, hat noch nie mit ihnen gesprochen oder sonst kommuniziert.

Es ist richtig, dass meine Frau mit dem Kaplan einen Kompromiss zur Rettung der Gesamtsituation besprochen hat.
Ich bin auch nicht ablehnend wie sie richtig festgestellt haben. Ich kann nicht schriftlich bestätigen, dass ich damit Einverstanden bin. Weil, wie im Forum beschrieben, unser Sohn am gleichen Tag nach dem Beisein seiner Kinder gefragt hat und seine nächtlichen Reaktionen nicht nachgelassen haben.
Sie haben mir geschrieben das sie sich über diesen Vergleich freuen, weil so die Gesichter gewahrt bleiben. Es ist auch nur so erklärbar.

Ich wurde auch schriftlich informiert, dass ein Unterschied zwischen fehlen wegen vergeigen oder fehlen wegen Krankheit gemacht wird. Bei gleich säumiger Vorbereitung gelten die einen Kinder als vorbereitet, die anderen nicht. Schön das fehlen durch vergeigten oder krank nach uns "begnadigt" wurde.

Ich freue mich für die Betroffenen.

Koenigstiger ich habe hier Zuspruch gesucht, ich habe an allen erdenklichen Stellen gerüttelt mit dem Ziel Gnade für unseren Bub zu erringen,
in Anbetracht der Konsequenzen eines Ausschlusses für Kinder will ich auch in Zukunft nicht still sitzen.
Heute ist es unser Kind und nächstes Jahr viele andere, die oft gemeinsam haben, dass sich ihre Familie in schwierigen Lebenslagen befinden.
Genau diese Kinder brauchen den Halt und die Gemeinschaft, die sie in ihrer Kirche und unter Christen finden sollten.

Koenigstiger wie soll ich ihr Schreiben verstehen, welchem Ziel bringt es uns näher. Was wollen sie damit erreichen.
Was macht sie so wütend auf mich, dass sie sogar mit meinen ihnen anvertrauten Namen Nachdruck verleihen.
Wenn sie damit unterstreichen wollen, wie schlimm mein Handeln war, so habe ich dies von Anfang an mehrfach eingestanden.
Nach einer beweisbaren Vorgeschichte habe ich einen Termin versäumt.

Gut das ich Schuld, bin sonst müsste auch daran gedacht werden.

Die Erstkommunion gehört als zweites Initiationssakrament wesentlich zur Taufe. Alle Zuständigen, nicht nur die Eltern und Taufpaten, sollten also im Vorfeld einer gemeinsamen feierlichen Erstkommunion alles unternehmen um alle einschlägigen Kinder rechtzeitig zu erreichen, da nicht von vorneherein unterstellt werden kann, dass an der fortgesetzten Erfüllung dessen was in der Taufe begonnen hat, kein Interesse seitens der Erziehungsberechtigten besteht, wenn sie das Kind nicht rechtzeitig zur Erstkommunionsvorbereitung anmelden.( Kommunikationsproblem/Benachrichtigungsproblem) Ich hätte mir das für unseren Sohn auch gewünscht, dann wäre mein persönliches vergeigen von einem Termin nicht so tragisch.

Ich habe unserem Kaplan nochmals sehr persönlich geschrieben. Wir werden uns heute sehen.

Fruchtbarkeit bedarf nicht nur eines kräftigen Spross, auch der Boden entscheidet über den Ertrag.

Falls uns jetzt noch jemand hier im Forum mag,
so bitte ich für uns und unseren Buben zu beten.


Vielen Dank

Rosenheimer
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Samstag 31. Mai 2014, 15:07

Liebe Leser im Forum,

leider durfte unser Bub letzten Sonntag nicht mit seinen Kindern an der Erstkommunion teilnehmen.

Morgen am 01.06.2014 findet ein weiterer Termin zur Erstkommunion in unserer Kirchengemeinde statt.
In dieser Gruppe sind noch zwei seiner vertrauten Mitschüler.

Unser Kaplan besteht auf den Termin im Juli an dem unser Sohn alleine Erstkommunion haben soll.

Ich habe ihn gebeten, auch unseren Bub am 01.06 in Freude mit zwei seiner vertrauten Kindern an den Tisch des Herren zu geleiten.
Dies ist mit meiner Frau besprochen, die sich mit unserem Kind sehr darüber freuen würde.


Ich bitte, an unseren Jungen zu denken und ihn in Eurem Gebet zu bedenken.

Vielen Dank.

Ich werde berichten.

Rosenheimer
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Re: Ausschluß von der Erstkommunion Bitte um Beistand!

Beitrag von Rosenheimer » Mittwoch 9. Juli 2014, 01:21

Es ist sehr viel passiert!

Unter dem Dach des Heiligen Nikolaus wird

am Sonntag den 13.07. um 10:30 Uhr

auch unser Junge seine Erstkommunion feiern.

Ob er alleine sein wird, oder noch ein weiters Kind dabei ist, habe ich noch nicht realisiert.

Ich hoffe und wünsche für ihn, dass es dem Anlass entsprechend gelingt, auch seine Erstkommunion würdig und feierlich zu begehen.

Ich kann nicht abschätzen, wie viele seiner Mitschüler, Freude und der Familie ihn auf diesem Weg begleiten werden.
Ich wünsche unserem Bub Kraft und auch die Sensibilität zu spüren, dass viele Menschen in Gedanken an diesem besonderen Tag bei ihm sind.

Er kommt nicht zu spät, vielmehr warten seine Kinder auf ihn, weil er einen weiten Weg hatte.

Die Lücke "es ist sehr viel passiert" werde ich später noch schließen.

Ab diesem Sonntag nimmt auch unser Bub an der Kommunion teil. Ein Gruß, ein Gebet, ein lieber Gedanke zu seinem Tag
und seiner Zeit. Am Tisch ist Platz auch neben dir.

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