Stellenwert Naturehe

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Max71
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Stellenwert Naturehe

Beitrag von Max71 » Samstag 2. November 2013, 21:17

Hallo!
Ich stehe im Moment vor folgenden Problemen:
Ich war knapp 14 Jahre verheiratet, die standesamtliche Ehe wurde 2012 geschieden. Meine Ex und ich sind beide nicht getauft.
Meine neue Partnerin und ich wollen nächstes Jahr heiraten...standesamtlich und katholisch...sie ist katholisch. Wir waren der festen Überzeugung, dass meine standesamtliche Heirat keinen Einfluss auf eine kirchliche Heirat hätte...denkste...uns wurde mitgeteilt, dass bei 2 Ungetauften die Naturehe der kirchlichen Ehe gleichgestellt ist und wir nicht (ohne weiteres) katholisch heiraten können.
Die Enttäuschung war natürlich für uns riesengroß...
Wie können wir die Situation angemessen lösen? Meine Ex würde und wird sich die Hände reiben und mir jeden Stein in den Weg legen, sollte es zu einem Verfahren kommen. Oder könnte ich die gesamte Situation damit auflösen, wenn ich mich taufen lassen würde?
Ich bin echt ratlos...

Max

Arletta Bolesta
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Re: Stellenwert Naturehe

Beitrag von Arletta Bolesta » Sonntag 3. November 2013, 13:58

Guten Tag,
ja, Sie haben Recht, was Sie geschrieben haben. Es gibt jedoch eine Moeglichkeit, damit Sie Trauung schliessen (damit Sie kirchliche, katholische Ehe schliessen). Papst darf Ihre fruehere Ehe aufloesen, es geht dabe um das Gute des Glauben der katholischen Partei. Man sagt von zwei Bedingungen: es gibt keine Moeglichkeit, damit Sie wieder mit der frueheren Ehefrau leben, und wenn Sie, als die Partei, die darum bittet, daran (also an der Scheidung) nicht schuldig sind.
Mit freundlichen Gruessen
Arletta Bolesta

Koenigstiger
Beiträge: 56
Registriert: Dienstag 3. August 2010, 23:09
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Naturehe

Beitrag von Koenigstiger » Sonntag 3. November 2013, 21:52

Hallo Max71,

ich ergänze zu Arlettas Ausführung:

Eine nicht-sakramentale Ehe ist grundsätzlich auflöslich. Umgangsprachlich spricht man vom "Privilegium Petrinum"- also vom päpstlichen Privileg. (abgeleitet vom "paulinum", mit dem der Heilige Paulus in der Bibel erlaubte, dass sich jemand nach der Taufe einen neuen, ebenfalls getauften Partner sucht, wenn sein "heidnischer" Partner nicht mehr friedlich mit ihm zusammen leben wollte). Offiziell heißt das "in favorem fidei"-Verfahren, also zu-Gunsten-des-Glaubens (ihrer neuen, katholischen Partnerin).

Sie müssen die Auflösung der ersten Ehe am Bischöflichen Gericht beantragen. Ihr Pfarrer kann Ihnen dazu Ansprechpartner nennen, oder Sie suchen auf der Webseite Ihres Heimatbistums nach der Adresse des Offizialates/ Konsistoriums. Allerdings wird das Ganze, weil es nach Rom geht eine gewisse Zeit dauern. Über die Gebühren kann Ihnen das Offizialat Auskundt geben.
Was Arletta erwähnt, dass Ihre frühere, ungetaufte Ehefrau nicht mehr mit Ihnen lebt, und dass Sie unschuldig an der Scheidung sind, dürfte wegen des vorhandenen Scheidungsurteils kein Problem sein, da dort ja steht, dass keine gütliche Einigung und Rückkehr zur Ehe nicht mehr möglich ist und dass die Ehe zerrüttet ist. Schuldscheidung gibt es ja seit den 70er Jahren in Deutschland nicht mehr.

Gruß, Koenigstiger.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Max71
Beiträge: 2
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Re: Stellenwert Naturehe

Beitrag von Max71 » Montag 4. November 2013, 10:22

Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Meine Verlobte und ich würden gern in das Verfahren gehen. Ich glaube, dass das Problem bei meiner ehemaligen Partnerin liegt. Wenn sie mir eins auswischen kann, dann macht sie das auch!
Wir wollen aber nicht mit einem negativen Erlebnis starten. Heiraten werden wir, da sind wir uns einig...der Rahmen steht nur noch nicht fest.
Ob wir unseren Termin halten können, wissen wir auch noch nicht...es gibt ja unterschiedlich lange Verfahrenswege.
Vielleicht sollte ich mich doch bei meiner Ex mal melden und betteln...obwohl sich da meine Nackenhaare aufstellen...
Wir werden uns nochmal mit unseren Pfarrer beraten...

Vielen Dank
Max

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