Scheidung und Wiederheirat pastoral lösen

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phoebus
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Scheidung und Wiederheirat pastoral lösen

Beitrag von phoebus » Montag 30. Januar 2012, 13:33

Einen schönen guten Tag miteinander...
Ich bin pastoraler Mitarbeiter in einer Pfarrei und mich erreichte vor kurzem ein Brief eines Pfarrmitglieds. Wenn gleich es in der Praxis vermutlich besser ist, ein Gespräch zu führen, anstatt schriftlich zu reagieren, wollte ich jedoch zunächst ebenfalls schriftlich antworten. Bevor ich das tue wollte ich mir vorher noch (wenn es klappt) in einer kleinen Diskusion einige Meinungen über die folgende Situation anhören.
Der Inhalt des Briefes lautet wiefolgt:

"Sie erinnern sich vielleicht, dass wir vor kurzem über mein Ehenichtigkeitsverfahren gesprochen hatten. Ich bekam gestern mit der Post das zweitinstanzliche Urteil, das -ebenso wie zuvor das erste Urteil- feststellt, die Nichtigkeit meiner Ehe stehe nicht fest. Mir war zwar bewusst, dass der - aus Mangel an anderen Gründen vorgebrachte- Klagegrund "mangelndes Urteilsvermögen auf Seiten meiner Frau" etwas weit hergeholt war. Und nachdem der begutachtende Psychotherapeut geschrieben hatte, dass meine Frau aus seiner Sicht nicht nennenswert psychisch beeinträchtigt war, hatte ich schon geahnt, dass das Verfahren so ausgehen würde.

Trotzdem ärgere ich mich über die Kirche. Ich wäre so gern nächstes Jahr, wenn meine Tochter zur Erstkommunion geht, mit ihr zur Kommunion gegangen, ohne das Gefühl haben zu müssen, etwas Verbotenes zu tun und nur Katholik "zweiter Klasse" zu sein. Meine erste Ehe ist nun einmal gescheitert, und meine erste Frau hat daran mindestens ebenso viel Schuld wie ich. Ich kann nicht einsehen, dass ich dafür heute - fast zehn Jahre nach der Scheidung- immer noch bestraft werde.

Mir kommt das Hadndeln der Kirche in diesem Punkt sehr hartherzig vor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus sich gegenüber Wiederverheirateten so verhalten hätte, wie es die Kirche heute tut. Ich denke, Sie wissen, dass mir der Glaube etwas bedeutet, und dass ich auch versucht habe, meine Tochter christlich zu erziehen. Aber all das wird von der Kirche nicht honoriert. Es schmerzt mich, zu sehen, wie eine Reihe anderer, die sich außerhalb der Kirche wirklich "unchristlich" verhalten, ohne irgendwelche Scheu zur Kommunion gehen und niemand sie davon abhält. Bin ich denn als Wiederverheirateter wirklich der größte Sünder in unserer Pfarrei? Meine jetzige Frau, die als jugendliche aus der Kirche ausgetreten ist, rät mir das auch zu tun. Sie sagt: "Von einer Kirche, die dich nicht haben will, würde ich mich an deiner Stelle trennen." Ich überlege ernsthaft, das zu tun, weil ich denke, dass die Kirchedurch ihr Eherecht viel mehr Schaden anrichtet, als dass sie irgendjemandem nützt. Ich möchte diesen Schritt aber nicht einfach so unangekündigt tun, sondern Ihnen zunächst die Gelegenheit geben, mich zu überzeugen, ihn doch nicht zu gehen.

ich hoffe auch, neben einem rechtlichen Rat, auch noch einen pastoralen zu bekommen. Vielen dank im voraus

Arletta Bolesta
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Re: Scheidung und Wiederheirat pastoral lösen

Beitrag von Arletta Bolesta » Montag 30. Januar 2012, 14:15

Guten Tag,
immer kann man sich weiter um Ehenichtigkeitserklaerung bemuehen, indem der Prozess aufgrund einer anderen Ursache fuehrt - man kann also ihn gerade beginnen. Man soll auch nicht vergessen, dass der Prozess auch mit solchen zwei negativen Urteilen noch nicht geschlossen ist, umsomehr, wenn eine Partei z.B. neue Beweise haben wird.
Mit freundlichen Gruessen
Arletta Bolesta

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